| Advent, Advent ... | |
| Zivilcourage | |
| Wer ist der Größte im ganzen Land? | |
| Klimawandel, auch in den Köpfen | |
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Da paßt ein Adventsvers in etwas abgewandelter Form: Advent, Advent, der Stoiber brennt! Das haben Affären eben so an sich, daß es unangenehm heiß wird unter dem Hintern. Was war passiert? Da gibt es eine bayrische Landrätin, die es wagt den obersten Edmund zu kritisieren und ihn öffentlich aufzufordern, doch bei der nächsten Bayern-Wahl auf seine Kandidatur zu verzichten. Das ärgert den bayrisch Königlichen, der seine Monarchie schwinden sieht und so versucht er, dieses lästige Weib zum Schweigen zu bringen. Seine Methoden erinnern an alte Ostblockmanier. Für die Stasi wäre es eine Auszeichnung wert. Unter demokratischen Bedingungen allerdings wird es peinlich für das Königreich Bayern. Brisant ist: Stoibers Büroleiter hat sich höchstpersönlich nach Pauli erkundigt. Sein Anliegen war allerdings nicht dienstlicher, sondern sehr privater Natur. Sodass er nicht Frau Pauli direkt persönlich ansprechen wollt, sondern ganz vertraulich einen guten Bekannten von ihr angerufen hat. Dabei hat er ganz gezielt danach gefragt, ob man ihr etwas anhängen könnte. Nach Schilderungen ihres Bekannten seien die während des rund einstündigen Telefonats gestellten Fragen nach ihrem Privatleben "unterste Schublade" gewesen. Der Stoiber-Vertraute habe beispielsweise wissen wollen, ob es "irgendwelche Auffälligkeiten in ihrem Privatleben gibt". Unter anderem erkundigte sich der Anrufer nach ihren Männerbekanntschaften und wollte wissen, ob sie vielleicht ein Alkoholproblem habe. Am vergangenen Montag nun, bei einer Sitzung des CSU-Vorstands in der Zentrale in der schmucken Nymphenburger Straße, kam es zum Eklat. Pauli sagte, sie habe bei Stoiber um einen Termin gebeten, um die Sache mit ihm persönlich zu besprechen. Vergeblich. Der Regierungschef habe keine Zeit für sie gehabt. Deshalb verbitte sie sich nun eben in dieser Runde, dass ihr Privatleben weiter ausgeforscht werde. Offensichtlich geht es nicht nur ihr so. Ein Parteifreund hatte sie schon vor Wochen gewarnt: Wenn Du Stoiber kritisierst, wird bald schmutzige Wäsche gewaschen!" Andere hatten wohl aus Angst ihren Mund gehalten. Nun aber ist es offenkundig. Die Oppositionellen, die in Bayern traditionell wenig zu lachen haben, frohlocken. Die Grünen sprachen von einem "moralischen Offenbarungseid". Die Chefin der FDP im Freistaat, verglich die spezifische Form der Neugier, gleich mit Stasi-Methoden: "Wenn die CSU das Bild loswerden will, dass sie übelste Ausforschung à la DDR betreibt, muss sie schleunigst für Klarheit sorgen", sagte die FDP-Frau. Die wichtigste Frage allerdings wird sein, wie sehr sich die Affäre innerhalb der CSU verfängt. Setzt sich nun bei der Basis der Eindruck fest, Stoiber unterdrücke jene, die den Bedenken der einfachen Mitglieder eine Stimme verleihen, mit brachialen Methoden, dürfte der Stern heiligen Edmund auch im eigenen Lager weiter sinken. Und das ausgerechnet kurz vor Weihnachten. Stoiber dürfte kochen vor Wut. Ich bin nur gespannt, was Stoiber seinem Bayernvolk zum Anlaß des Friedensfestes in seiner Ansprache sagen wird. Seid lieb zueinander und rücksichtsvoll? Besinnt euch auf eure katholischen Wurzeln im Glauben? Das wird ihm so leicht keiner abnehmen. Viel Spaß beim Zuhören, wenn es soweit ist.
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Einen
wunderschönen und guten Morgen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer. Vor
kurzem geschah in Mitenberg am Main etwas ganz beachtliches. An einem
Samstag hatte die Jugendorganisation der rechtsextremen NPD eine
Demonstration angekündigt, die NPD nannte das "Aktionstag". Es sah nach
Ärger aus. Im Vorfeld gab es eine gerichtliche Auseinandersetzung wegen
der Genehmigung. Letztendlich konnte die Stadtverwaltung die
Veranstaltung nicht verhindern. Als die Anhänger der NPD am frühen
Nachmittag in Miltenberg eintreffen, werden sie mit Trillerpfeifen
empfangen. Durch die enge Hauptstraße nähert sich ein Protestzug, den
SPD, Grüne und CSU organisiert haben. Diesen Lärm hört auch der
katholische Pfarrer. Er fühlt sich gestört, als Pfarrer und als
Demokrat. Es ist ihm unbegreiflich, dass sich "so eine Partei wie die
NPD“ ungestört versammeln darf. Der Lärm schwillt an, als der erste
Redner das Megafon ansetzt. Der Pfarrer steht unschlüssig auf dem
Pfarrhof. Er blickt seinen Küster an, der blickt ihn an, und irgendwann,
"spontan, ohne nachzudenken", fasst der Pfarrer einen Entschluss. Er
geht hinüber zur Kirche, er weiß jetzt, was er zu tun hat. Er bringt das
Längsschiff seiner Kirche hinter sich, nimmt die Stufe zum Altarraum und
schon ist er an der Tür zur Sakristei. Dort, an der Wand, befindet sich
eine Schalttafel. Sechs Glocken hängen in den beiden Türmen der
St.-Jakobus-Kirche - Miltenberg besitzt nach Würzburg das schwerste
Geläut der Diözese. Im Pfarrhaus treffen Briefe und E-Mails ein, aus ganz Deutschland, Frankreich, der Schweiz, sogar aus Schweden. Die Schreiber bekunden Sympathie, viele legen Geldscheine bei. Es drohte ein Strafe von 2000 €. Solche Zivilcourage wünsche ich mir. Ein gutes Wochenende. |
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Einen wunderschönen und guten Morgen liebe Zuhörerinnen und Zuhörer! Wer ist der Stärkste, der Größte, der Beste? Diese Frage hat uns gestern bei der Donnerstagswanderung beschäftig. Ein herrlicher Anstieg von San Pedro im Agaete Tal hinauf zum Tamadabawald stand auf dem Programm. Am Ende waren es über 11 hundert Höhenmeter aufwärts an imposanten Felswänden entlang, auf Pfaden so richtig nach meinem Geschmack, manchmal zu Luftanhalten. Und dann die grandiosen Aus- und Rundumblicke, traumhafte Panoramen inclusive dem Teide auf Tenerife. Anspruchsvoll steht immer hinter den Donnerstagstouren. Und das nicht umsonst. Das Schuhwerk muß stimmen und vor allem die Kondition. Viele Männer und Frauen, die mitkommen schätzen genau das an diesen Touren. Allerdings kommt es immer wieder vor, dass sich Menschen anmelden, die trotz intensiver Nachfrage nach den Anforderungen, während der Wanderung merken, dass sie der Sache doch nicht so ganz gewachsen sind. Sei es der manchmal atemberaubend schmale Pfad an einer Felswand entlang oder die steilen Anstiege, was sie stocken lässt. Das Ergebnis auf jeden Fall ist, dass die gesamte Gruppe immer wieder Wartezeiten in Kauf nehmen muß. Zugegeben, das nervt mit der Zeit, wenn es einfach nicht recht vorwärts geht. Aber es ist dann meist nicht zu ändern. Die Gruppe ist dann eben so stark und so schnell wie sein schwächstes Glied. Dann müssen es eben alle aushalten wie es ist. Und das ist meiner Meinung nach auch nicht so schwer auszuhalten. Für mich ist es ein Genuß, über einer 2-300 Meter hohen FelsWandzu stehen und die fantastischen Ausblicke zu genießen. Ich kann mich kaum satt sehen. Da merke ich keine 10 Minuten oder viertel Stunde Wartezeit, da genieße ich einfach in vollen Zügen. Und es gibt viele andere, die können das auch. Aber eben nicht alle. Die hätten es gerne schneller, höher, weiter. Denen verlangt nach Rekorden. Ich habe das Gefühl sie müssen sich etwas beweisen. Das anstrengste für mich ist allerding, solche Menschen können nicht warten, nicht verweilen. Sie sind ungeduldig. Mit sich und deshalb auch mit anderen. Sie wünschen sich eine harmonische Gruppe und meinen damit, dass die körperliche Leistungsfähigkeit angepasst sein müsste. Ein Tempo, eine Einheit. Für mich und Susanne, die wir solche Gruppen führen, sieht die Harmonie einer Gruppe allerdings etwas anders aus. Diese erweist sich eher darin, dass sich die schnelleren in die langsam versetzen können. Dass die einen mitfühlen können mit den anderen. Es zeigt sich immer wieder, dass das den Schwächeren eher gelingt als den Stärkeren. Sie empfinden sich als Hemmschuh. Als Bremse und fühlen sich nicht recht wohl dabei, weil sie die anderen im Blick haben. Die Starken allerdings haben mehr sich selbst im Blick und sehen worin sie gebremst werden. Manchmal ist das für mich und Susanne schwer auszuhalten. Viel schwerer als das warten, währenddessen wir genießen können. Die Stärke einer Gruppe und deren Harmonie liegt also ganz woanders als im Gleichklang der Leistungsfähigkeit. Stark ist, wer die Gegebenheiten hinnehmen kann, wer sich damit arrangieret und beschließ: also genieße ich noch einen Augenblick mehr. Der Beste ist eben nicht, wer zuerst oben ist, sondern wer die ganze und nicht nur den größten Teil der Gruppe im Auge haben kann. Und die Größe eines Menschen zeigt sich darin, all diese Vasetten wahrzunehmen und damit umzugehen. Es sit ein Segen, dass auch solche Menschen mitwandern. Wer also bekommt am Ende der Tour einen Preis, war zu hören. Für mich und meine Frau Susanne ist die Antwort klar: der oder die, für die die Anstrengung am größten war an diesem Tag, also den oder die Schwächste. Ein gutes Wochende wüsche ich!
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Einen wunderschönen und guten Morgen liebe Zuhörerinnen und Zuhörer! Da sin mer dabei, wenn es um den Klimaschutz geht. Schön wäre es, wenn sich alle darüber einig wären. In Kenia tagt z.Z. der Klimagipfel mit direktem Blick auf den Kilimandscharo. Ein guter Ort, denn die Teilnehmer können die Folgen des Klimawandels live beobachten. Vor ein paar Jahren noch lag auf dem Gipfel deutlich mehr Schnee und Eis als heute. Das fällt auf, wenn man die Postkarten, die verkauft werden, mit dem heutigen Original vergleicht. Wüsten breiten sich aus, die Wasservorräte schrumpfen, und die Stauseen sind nicht mehr voll genug, um ausreichend Strom zu produzieren. Es fehlt einfach das Schmelzwasser von oben. Kenia ist eines der vielen Länder Afrikas, das auch extrem die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels zu spüren bekommt. Weltweit wird der Wüstenanteil der Erdoberfläche in den kommenden 90 Jahren von heute 3% auf über 30% steigen. Fast die Hälfte der Erde wird von Trockenheit bedroht sein. Das ist eine enorme Bedrohung für die Ernährung der gesamten Menschheit. Außerdem wird der Anstieg des Meeresspiegels um bis zu 25 m unvorstellbare Ackerflächen einfach verschwinden lassen. Die Folgen in den armen Ländern sind dabei um das vielfache höher als in den Industriestaaten, was wiederum das vielfache der heutigen Flüchtlingsbewegungen aus diesen Ländern zur Folge hat. Das alles ist keine Schwarzmalerei, sondern ein ganz realistisches Szenario. Die nun ausgewerteten Klimadaten bis 2005 zeigen, daß sich alleine in den letzen 4 Jahren eine rasante Entwicklung eingestellt hat. In Grönland z.B. verschwinden rund 235 Kubikkilometer Eis im Jahr. Da sind Eisflächen von der Größe Berlins in Bewegung und verursachen Gletscherbeben. Zwischen 1993 und 2002 gab es durchschnittlich zwischen 6 und 15 solcher Beben. 2004 waren es schon 24, und 2005 wurden 32 gemessen. Eine rassante Entwicklung. Außerdem zerbrach im Jahr 2002 eine rießige Eislandschaft. Sie erhob sich 250 Meter über dem Meer und war so groß wie ein kleines europäisches Land. 12.000 Jahre war sie stabil gewesen und zerbrach doch innerhalb weniger Wochen in unzählige Stücke. Die Dinosaurier dieses Klimawandels sind vor allem US-Präsident George W. Bush, Australiens Premier John Howard und Kanadas Premierminister Steven Harper. Sie führen uns immer noch geradewegs in den Untergang. Was also tun, wenn das Wasser bis zum Halse steht? Da werfe ich gerne einen Blick auf die Geschichte von der Arche Noah. Für mich geht es darin überhaupt nicht um reales Wasser und irgend ein Schiff, das gebaut wird. Wenn ich weiß, daß das Wort Arche im Hebräischen so viel bedeutet wie: was mich in meinem Glauben trägt, dann kann ich auch darauf hoffen, daß etwas geschieht in den Köpfen der Verantwortlichen, was den ganzen Unrat an Gedanken wegspült, der nur den augenblicklichen wirtschaftlichen Gewinn sieht und darüber das Wohl der ganzen Erde vergißt. Das wird sich nicht einfach von alleine einstellen. Nein, meine Hoffnung gibt mir den Mut, für den Wandel in den Köpfen einzutreten, darum zu kämpfen und so zu leben, daß ich ein Beispiel sein kann, wenn auch nur ein winziges, daß es auch anders geht. Diese Hoffnung wird auch genährt von der Tatsache, daß es ein neues Gesetz in Spanien gibt, das für Neubauten und Renovierungen von Gebäuden den Einsatz von Solarenergie vorschreibt. Ein Hoch den Spaniern. Damit fängt jene Flut an, von der die Noahgeschichte berichtet. Sie spült nämlich all den Unrat weg, den menschliches Leben behindert. Deshalb mein Rat: steigt ein in die Arche, laßt euch tragen von eurem Vertrauen, daß es nicht zu spät ist, das Ruder herumzuwerfen. Viel Spaß, da sin mer dabei!
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